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Fremdfinanzierung im Fokus

Finanzierung

Wer die Vor- und Nachteile der Finanzierungsmöglichkeiten kennt, kann sein Unternehmen sicher finanzieren: Die Salzburger Finanzdienstleister geben einen Überblick über die Fremdfinanzierung.

Unternehmen brauchen für ihre erfolgreiche Geschäftstätigkeit Kapital. Anfangsinvestitionen, Kosten für Produktentwicklungen, Überbrückungsfinanzierung, bauliche Investitionen – all das erfordert Geld. Zusätzlich zur Finanzierung durch Eigenkapital braucht es dafür Fremdmittel – durch Fremdfinanzierung oder Kreditfinanzierung: Die Salzburger Finanzdienstleister geben einen Überblick.

Eigen- vs. Fremdfinanzierung

Bei der Eigenfinanzierung stammt das Kapital aus dem Unternehmen selbst – zum Beispiel durch die Beteiligung der Gesellschafter oder mittels Umschichtung des Eigenkapitals. Bei der Fremdfinanzierung kommen die Mittel vertraglich geregelt von externen Kreditgebern. Dabei gibt mehrere Arten der Fremdfinanzierung wie Handels- und Bankkredite, Schuldscheindarlehen, Außenhandelskredite, aber auch Sonderformen wie Leasing oder Factoring. Der große Vorteil der Fremdfinanzierung gegenüber einer Beteiligungsfinanzierung ist, dass die Gläubiger kein Mitspracherecht im Unternehmen haben und keine Gewinnbeteiligungen ausgeschüttet werden müssen. Die externen Kapitalgeber sind nur Geldgeber. Der Nachteil ist, dass das Kapital nur befristet zur Verfügung steht und zu einem bestimmten Zeitpunkt rückgezahlt werden muss – inklusive Zinsen. „Fremdkapital können Unternehmen nur dann aufnehmen, wenn sie entsprechende Sicherheiten vorweisen können, dass sie in der Lage sein werden, das Kapital fristgerecht zurückzuzahlen“, betont Mag. Rupert Lanzendorfer, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister Salzburg.

Unterschieden wird auch nach der Laufzeit:  Zu den kurzfristigen Kreditfinanzierungen gehören etwa Kundenanzahlungen, Lieferanten- oder Bankkredite. Sie erhöhen die Fremdkapitalquote kurzfristig bei überschaubaren Kosten. Zu den langfristigen Finanzierungen zählen Bankdarlehen, Anleihen oder Schuldscheindarlehen. Sie eignen sich für höhere Investitionen, verursachen aber auch langfristig eine höhere Fremdkapitalquote und damit ein höheres Unternehmensrisiko. Fremdfinanzierung bietet einen steuerlichen Vorteil, da die Zinsen für die Überlassung des Fremdkapitals eine abzugsfähige Betriebsausgabe sind und daher gewinnmindernd wirken. Unternehmen können gleichzeitig verschiedene Arten der Fremdfinanzierung nutzen, dabei ist allerdings zu beachten, dass es zu keiner Überschuldung kommt. Viele befristete Verpflichtungen stellen ein höheres Risiko für das Unternehmen dar. Bei schlechtem Geschäftsgang führt das schnell zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens.

Merkmale der Fremdfinanzierung:

  • Kapital steht nur vorübergehend zur Verfügung
  • keine Mitbestimmungsrechte der Geldgeber im Unternehmen
  • Zinszahlungen, aber keine Gewinnbeteiligung

Leasing und Factoring als Sonderformen der Fremdfinanzierung

Als Sonderformen der Fremdfinanzierung gelten Leasing und Factoring. Beim Leasing werden Fahrzeuge oder Maschinen zum Gebrauch überlassen, während mit den Leasingraten jeweils nur ein Teil der Kosten beglichen wird. Der Leasinggeber gewährt somit eine Art Kredit. Um Factoring handelt es sich, wenn ein Unternehmen offene Forderungen gegenüber Kunden vor deren Fälligkeit gesammelt an einen Factoring-Dienstleister weiterverkauft. Dieser zahlt das Geld gleich an das Unternehmen aus, das Factoring-Unternehmen muss nun seinerseits die Schulden eintreiben. Für diese Dienstleistung werden zusätzlich Gebühren fällig.

Factoring im Überblick

Exkurs: Leverage-Effekt

Einen Vorteil stellt der Leverage-Effekt dar: Er beschreibt die Hebelwirkung des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalrentabilität. Durch den Einsatz von Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite für die Eigentümer gesteigert werden. Voraussetzung für einen positiven Leverage-Effekt ist allerdings, dass die Investitionsrendite des Unternehmens über dem Fremdkapitalzins liegt. Beispiel: Ein Unternehmen erzielt mit seiner operativen Tätigkeit eine Rendite (z. B. acht Prozent), die höher ist als der Fremdkapitalzins von z. B. vier Prozent für die vom Unternehmen aufgenommenen Bankdarlehen. Das Unternehmen muss nur vier Prozent Zinsen für das Fremdkapital zahlen, erwirtschaftet aber eine Gesamtrendite von acht Prozent. Da weniger Eigenkapital benötigt wird, kann dieses wirtschaftlicher eingesetzt werden. Daraus folgt eine höhere Eigenkapitalrentabilität.

Vor- und Nachteile der Fremdfinanzierung im Überblick

+
SteuervorteilZinszahlungen
kein Mitbestimmungsrecht der GäubigerKapital ist nur befristet verfügbar
höhere Eigenkapitalrentabilitätnotwendige Sicherheiten
Erhöhung der Liquiditäthöheres Unternehmensrisiko bei höherer Fremdkapitalquote

Fazit

Eigen- wie auch Fremdfinanzierung haben Vor- und Nachteile. Wenn ein Unternehmen Kapital benötigt, den Verschuldungsgrad aber geringhalten und eine gute Bonität vorweisen möchte, ist Eigenfinanzierung von Vorteil – etwa in Form von Beteiligungskapital. Fremdfinanziert wird meist bei langfristigen Projekten mit hohen Investitionen wie etwa Baumaßnahmen oder Neuentwicklungen ratsam. Fremdfinanzierung kann auch als Mittel zur Senkung der Steuerlast genutzt werden. Es gibt auch Mischformen aus Eigen- und Fremdfinanzierung wie Genussscheine, Wandelanleihen oder Optionsanleihen. Die Salzburger Finanzdienstleister kennen die Finanzierungsmöglichkeiten und wissen, welche Regeln bei der sicheren Unternehmensfinanzierung einzuhalten sind. Sie beraten, welche Finanzierungsmöglichkeiten zur Unternehmensstruktur passen und wählen durch Vergleich die wirtschaftlichsten Finanzierungsprodukte. Den Finanzdienstleister in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Redaktion
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